Erste Schritte am Piano – ein Experiment mit Skoove

Interessiert hat es mich schon lange. In meinem Kopf hat sich der Gedanke festgesetzt, dass Klavier spielen die beste Grundlage für das Erlernen weiterer Instrumente ist. Ich spiele schon seit längerer Zeit Gitarre, allerdings eher auf Basis von Akkorden und auswendig lernen. Daher konnte ich nie wirklich eine Brücke zu anderen Instrumenten schlagen.

Kürzlich habe ich erstmals seit vielen, vielen Jahren einen Blick in eine c’t geworfen. Dort wurde Skoove vorgestellt. Ein Startup aus Berlin das über ein Webinterface Klavierunterricht anbietet. Der Artikel und einige Prokrastinationsgründe aus anderen Bereichen meines Lebens haben mich dann in den Music Store in Köln geführt, wo ich mir kurzerhand ein Einsteigerpiano, das Roland F-20-CB, gekauft habe. Roland bewirbt das Piano als optimales Einstiegsgerät für Kinder – wird mir sicher nicht schaden. 88 Tasten, USB Interface, in dem Preissegment die angenehmste Tastatur (sagt man das so?) aller vorhandenen Geräte. Das reichte mir aus. Auf geht’s!

Ich bin wirklich fasziniert davon, wie einfach die Einrichtung des Klaviers in Skoove läuft: Aufbauen, anschließen, linke Taste, rechte Taste, Gerät erkannt. Dann noch auswählen, ob ich per Kopfhörer, Lautsprecher oder PC-Lautsprecher den Sound wiedergebe – fertig! Das hat das Team aus Berlin schon mal richtig, richtig gut gemacht.

Die ersten Lektionen wirken leicht, vielleicht sogar etwas zu leicht. Aber der Schein trügt. Die Schwierigkeit der Lektionen steigt für einen unbedarften Anfänger wie mich recht schnell. Zügig kommt die linke Hand dazu – zunächst als 1:1 Begleitung der rechten Hand. Noch im ersten Grundkurs folgt dann aber bereits eine Bassbegleitung, die mir einiges abfordert. Die Übungslektion dauert dann nicht mehr 5-10, sondern eher 30 und mehr Minuten. Ist aber richtig so, denn hier liegt der Spaß!

Frustration kommt bei mir nicht auf. Die Lektionen sind so aufgebaut, dass sie sich weitestgehend nach mir richten: zunächst wird die zu erlernende Melodie vorgespielt. Dann spiele ich in eigenem Tempo, Note für Note schreitet der Fortschrittsbalken dabei voran. Hier verbringe ich die meiste Zeit der Lektionen und versuche Tempo, Betonung und Notenlänge bereits selbst auszuarbeiten. Am Ende folgt dann noch gemeinsames Spiel mit dem Computer.

Skoove wechselt dabei zügig von der Nummerierung der Finger für das Spielen zu Noten. Auf dem Bildschirm sehe ich stets ein virtuelles Klavier im unteren Bereich, oben sind die Noten dargestellt. Ich persönlich habe mich von Beginn an an den Noten orientiert. Meine Vorstellung ist, dass ich mir dadurch mittelfristig direkt das Lesen aneignen kann. Das genannte Klavier am unteren Bildschirmrand bekommt nur minimale Beachtung.

Die Webanwendung funktioniert bisher absolut reibungslos. An der einen oder anderen Stelle wird klar, dass hier ein Startup am Werk ist. Das ist allerdings nicht zwingend negativ gemeint! Zwar bin ich etwas irritiert, dass mir bei der Nutzung von Safari vorgeschlagen wird, doch lieber auf Chrome zu wechseln, aber im Vergleich zu den positiven Dinge kann ich darüber hinwegsehen: keine Überfrachtung mit Features – das Wesentliche läuft. Und es geht um das Wesentliche. Ein Minimum Viable Product, aber nicht mehr auf kleinster Stufe! An Skoove wird fleißig gebaut. Kürzlich kam ein Feature hinzu das die Benutzung von Akustik-Pianos erlaubt. Benötige ich für mich nicht unbedingt, ist aber eine tolle Ergänzung, um weitere Kundengruppen zu erreichen.

Ich wünsche mir, dass weiterhin so sinnvoll an dem Produkt gebaut wird. Nett fände ich persönlich Verbesserungen bei Anzeige, Navigation und Umgang mit dem eigenen Fortschritt. Es muss nicht alles gamifiziert werden, aber der Bereich ist schon sehr basic.

Die ersten Lektionen in Skoove sind, nach Registrierung, kostenlos verfügbar. Das Premium-Abo mit vollem Zugriff kostet 9,95€ im Monat. Für jemanden wie mich, der in der aktuellen Situation definitiv keine festen Zeiten bei einem Lehrer in den Alltag einbauen kann, ist das meiner Meinung nach eine perfekte Lösung zu einem absolut fairen Kurs. Vielleicht bin ich sogar etwas überrascht über den niedrigen Preis.

Unterm Strich herrscht aber Begeisterung. Ich freue mich schon auf die nächsten Stunden mit dem Pianoexperiment und werde an dieser Stelle berichten.

 

Blinkist – Bücher in der Nussschale

Vor einigen Tagen startete das vom Startup-Inkubator hub:raum unterstützte Unternehmen „Blinkist“ den Betrieb. Ich lese seit Beginn des letzten Jahres wieder viel und finde die Idee des jungen Unternehmens sehr interessant: die Blinkist-Crew dampft Bücher mit teils komplexen Inhalten auf ihre Kernaussagen ein und packt diese in so genannte „Blinks“. Im bisherigen Angebot kosten die in acht bis zwölf Blinks zusammengefassten Bücher (teils Deutsch, teils Englisch) zwischen 0,89€ und 1,79€.

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